From the City to the Barn: eine Berliner Göre lernt das Landleben kennen!

Mit Natur und Vogelgezwitscher mal richtig endschleunigen, die Augen bei romantischen Sonnenuntergängen entspannen und mal wieder richtig frische Luft atmen  – das Leben auf dem Land ist für viele eine Traumvorstellung. Mich eingeschlossen. Mal eben so für ein halbes Jahr das Leben auf einer Pferdefarm meistern? Na klar, kein Problem.
Hier sind 10 Dinge, die das gute alte Farmleben mit sich bringen und mich als Stadtkind überraschen:

  1. Statt Ruhe schmeißen die Grillen Nachts ein großes Konzert

    Da denkt man den Großstadtlärm entkommen zu können: den lauten Autos, betrunkenen Partygängern und grellen Lichtern. Doch auf dem Land ist es nicht unbedingt ruhiger – hier haben die Grillen das Nachtleben fest im Griff: Zirp, zirp, zirp, zirp, in einer Lautstärke, dass der Stadt nahe kommt. Klar, ist es eine andere Art von Geräusch und auch recht meditierend, mit offenem Fenster einzuschlafen, aber totale Stille gibt es hier nicht.

  2.  Tiere machen Dreck

    ZUM GLÜCK habe ich vor meiner Abreise nochmal einfache T-Shirts gekauft – meine guten Blusen hätte ich hier vergessen können. Ja, Farmarbeit ist dreckig – der Schlamm, das Heu, der Staub – eine abendliche Dusche ist jeden Tag drin, denn ein Mix aus Pferde-, Katzen- und Hundehaaren legt sich wie eine zweite Haut auf dich und geht nur mit Schrubben und viel Duschgel ab.
    Oder eben auch nicht: auf der Geburtstagsparty einer Einstellerin entdeckte ich auf Toilette schwarze Flecken am Hals. „You are just tanned!“ erklärte mir Jemma, die sich neben mir die Hände wusch. So werde ich nicht braun. Mit drei mal schrubben löste sich der Dreck in Krümelform ab, Jemma bekam einen Lachanfall und ich fragte mich, ob ich zu blöd bin, mich richtig zu waschen.


  3. Trotz Lauf- und Krafttraining kann ich mit den Farmleuten nicht mithalten.

    Ich bin den San Francisco Halbmarathon in 1:54h gelaufen, habe Crossfit gemacht, und fühle mich als kleine Squat-Queen – aber 15h Farmarbeit, Pferde rausbringen, Heuballen, Sättel und Futterkarren schleppen, Reiten, Longieren und Ställe ausmisten ist zu viel für meinen sitzgewöhnten Köper. Der klappt abends um 22 uhr nur noch ins Bett und braucht seine Ruhe. Da kann ich mit meiner über 60 jahre alten Chefin nicht mithalten, die mich regelrecht auslacht. Wo ist meine junge Energie abgeblieben?!

  4. Pferde kennen kein Weihnachten

    Dieser Fakt hat mich am meisten geschockt: Feiertage kennen die nicht? Wie jetzt? Die brauchen da auch Futter und Auslauf und der Stall muss gemistet werden? Manno!

  5. Der Nachthimmel auf dem Land hat die schönsten und hellsten Sterne

    Nach langen Arbeitsstunden gibt es einen großartigen Reward: Durch das Fehlen der Stadtlichter kommen die Sterne zum Vorschein und strahlen in einer Pracht, die ich nur aus den Nationalparks kenne. Jeden Abend bleibe ich ein paar Minuten stehen, atme die frische Luft, höre den Grillen zu und starre in unsere Galaxie.


  6. Ja, es gibt zu viel frische Luft

    Dazu muss ich nix mehr sagen. Frische Luft in der Art den ganzen Tag kenn ich nicht und macht mich fertig.

  7. Tiere sind Biester

    Mal angelegte Ohren hier, ein großer Biss ins Heu, wo zufällig auch meine Hand ist da, umgerenne, um auf die Wiese zu kommen, Katzen, die kratzen, dir den Weg versperren, Nachts laut mit ihrem Spielzeug spielen und dich zwingen sie zu streicheln: Tiere sind Tiere. Auch wenn sie die süßesten Lebewesen sein können, gehen sie einem auch manchmal auf die Nerven.

  8. … und machen dich zum glücklichsten Menschen der Welt

    Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Das lernt jedes Kind. Trotz all den Gefahren und das „Tier sein“ geben sie dir so viel Liebe und Freude: allein ein kurzer Moment, wo du eins mit dem Pferd wirst, die Katze gemütlich in deinem Schoß einschläft oder der Hund sich freut, wenn du ins Haus kommst, macht alles wieder gut.

  9. Make Up? Für wen?

    Ich habe aus Berlin meinen roten Mac Diva Lippenstift mitgenommen. Ich muss ein bisschen darüber lachen. Was hab ich mir denn dabei gedacht? Ich bin sicher die Pferde finden mich mit roten Lippen attraktiver!

  10. Auch andere Tiere fühlen sich hier wohl.

    Ich wollte auf eine Farm mit Pferden, Katzen und Hunden. Schlangen, riesige Spinnen, Grashüpfer und Kröten habe ich nicht dazugebucht…

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