Grizzlies, Elks and Falling Trees

Mit der Routine als Guide kamen natürlich auch die Momente, wo du dir am liebsten nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen würdest.
Besonders amüsant waren die Elche, die dir gerne mal den Weg blockierten, und dich trotz Lautstärke oder Wedelversuchen nicht durchließen. Hier konnte man nur durch das Gestrüpp um sie herumreiten und hoffen, dass alle Gastpferde mitmachen, oder sie mit Steinen bewerfen. Jap, ihr habt richtig gelesen –  ich hatte immer eine handvoll Steine in der Satteltasche, die Wildlife wegscheuchen sollten. Nur zur Sicherheit.

Elki Elki Elki

Wenn ein Bär in der näheren Umgebung ist, wittern das die Pferde und werden etwas unruhig. Obwohl wir noch keine Probleme mit Bärenattacken hatten, sollte man ihnen doch eher viel Raum geben.
Mein Gastpferd Hawk war neu im Stall, es war also seine erste Saison im Nationalpark und demnach war er natürlich besonders empfänglich für den Bärengeruch. Mit seiner steigernder Nervosität sah ich auf einen meiner Ritte dann einen kleinen Schwarz-Bär hinter dem Gebüsch hervorschauen. Ui, war der süß und ich freute mich, meinen ersten Bär auf dem Weg zu sehen.
Diese Freude und mein Lächeln auf dem Gesicht verwanden allerdings schnell, als Miss Grizzli Mom hinter ihm hervortrat und mich anstarrte. Oh boy!
Es ist ein mulmiges Gefühl selbst als Mensch, von solch einem Tier angeschaut zu werden – es sieht direkt durch dich hindurch und alles in deinem Körper sagt: nicht zum knuddeln!
Immer noch im Blick des Bären stand Hawk in Schockstarre, meinen zwei Gästen verschlug es auch die Sprache.
Der Grizzlie wandte sich jedoch dann von uns ab und marschierte mit dem Jüngling ins Gebüsch. Puh!
Ich versucht meinen Ritt fortzusetzen, doch Hawk war nicht mehr so kooperativ. Er wollte auf keinen Fall weitergehen. Meine Gäste waren auch eher ängstlich und da ich die Bärenfamilie nicht mehr sehen konnte, und nicht wusste, ob sie im Gebüsch saßen, oder weitergelaufen sind, drehten wir lieber um und gingen in die andere Richtung.

Grizzly Mom with her cub

Ein weiterer Vorfall passierte ein paar Tage später. Mein größter Respekt galt eigentlich den Wildtieren, doch das änderte sich auf einem Ausritt mit einer dreiköpfigen Familie aus der Bay Area, die zum ersten Mal auf Pferden saßen. Ich führte ihr sechsjähriges Kind am Strick hinter mir her, als ich ein lauten Knacken hörte. Ich dreht mich nach rechts und sah eine riesige Pinie neben uns zu Boden fallen. Es war schon zu spät und die hinteren Pferden galoppierten ängstlich an mir vorbei. Na super.
Ich zog an den Zügeln von meinem Guide-Pferd, fasste meinen Strick zum Kind fester, und schrie „HOLD ON AND PULL BACK!!“. Gott sei Dank hatte ich mein Pferd, nach einigen Sprüngen schnell wieder unter Kontrolle und konnte beide Pferde stoppen, sodass auch die beiden anderen Gastpferde zum stehen kamen.
Zum Glück sind alle auf den Pferde geblieben und wir reihten uns wieder richtig ein, damit wir weiterreiten konnte.
Trotz des kleinen Abenteuers hatte die Familie sehr viel Spaß und freute sich, wiederzukommen.

Guide Tara und Cowboy Dale

Obwohl die Arbeit physisch nicht wirklich anstrengend war, war es mental doch eine Anforderung, für die Sicherheit aller Reiter zu sorgen. Viele saßen zum ersten mal auf einem Pferd und die Tour ging vorbei an Kliffen und in Wäldern mit wilden Tieren. Ich war jedes Mal froh, mit allen heil wieder anzukommen und mit solch tollen und zuverlässigen Tieren zu arbeiten. Auch wenn natürlich jedes Pferd seine Macken hatte. Es blieben letztendlich immer noch Fluchttiere.

Credits to my friend Cealan for the wildlife photos: https://thewanderingyears.com

 

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