Familienanfragen

Wie verlief der Prozess der Familienanfragen?

Potentielle Gastfamilien sehen dein Profil im Au Pair Room ein. Wenn sie das Gefühl haben, du könntest das richtige Au Pair für sie sein, kommst du in die engere Auswahl und die Gasteltern kontaktieren dich via Telefon oder e-Mail.

Bei mir gab es bei jeder neuen Familienanfrage immer zwei E-Mails in meinem Posteingang: die „Important Notice“ von der Agentur, die dir die freudige Nachricht übermittelt, dass eine Gastfamilie interessiert ist, dir Namen, Wohnort, Berufe der Gasteltern, sowie die Anzahl der Kinder bereitstellt, und eine Mail der Gastfamilie selbst.
Das kann zum Beispiel so aussehen:


Subject: Hello from U.S.A.

Dear Julia,
 
We saw your Au Pair application on the www.aupaircare.com website. My husband and I think your application is very interesting and we’d like to learn more about you.I think you should be able to see our application online through AuPair Care.  If not, please let me know.  I’d be happy to send photos and our host family letter.
 
If you are interested in interviewing with us, please let me know.
I look forward to hearing back from you,
Tschüs!

ACHTUNG: Manche Gastfamilien rufen euch auch einfach an. Bereitet also auch eure Eltern und Geschwister auf einen möglichen Überraschungsanruf aus den USA vor!

Gleich am nächsten Morgen nach meiner Freischaltung hatte ich meine erste Familienanfrage im Account. Das ging aber schnell.
Die Familie aus Virginia vor Washington D.C. hatte zwei Mädchen und die Beschreibung und Bilder sahen einfach toll und richtig Amerikanisch aus! So wie ich es mir vorgestellt hatte. War das eventuell schon meine richtige Gastfamilie?

Über Mail haben wir einen Termin für ein Interview bei Skype ausgemacht.
Auch hier gibt die Agentur wieder Hilfestellung bei der Vorbereitung des ersten Gesprächs.

Durch die Zeitverschiebung startete das Interview um 21Uhr Abends. Ich war so nervös. Wie wird das wohl werden? Neben dem Computer liegt mein vorbereiteter Zettel mit all den Fragen für die Gasfamilie, ein Stift und ein ein Glas Wasser.

Fragen sind unter Anderem:
– What will my schedule look like?
– How would you describe your family life?
– What are some characteristics of the children? What are their hobbies?
How would you describe them?
– What activities do you do as a family? What are your plans for the weekends?
– What are the rules in your house? Do you allow the children to have friends over?
– How would you describe your neighborhood?
– Do you have adult friends or family over regularly?
– When something bad or upsetting happens in your family, how do you handle it?
– Do you have pets? Are they allowed to go outside on their own? Are they friendly?
– Describe each person in your household’s personality
– What are you in an Au Pair?
– What does your diet look like?
– Can I ask your current Au Pair for an Interview?

Das Gespräch velief leider nicht so wie erwartet. Daran erkennt man, wie wichtig Skype, denn hier kann man die Persönlichkeit der Menschen anhand ihrer Gestik und Mimik feststellen und sehen ob die Chemie stimmt.
Die Familie ist wunderbar für Au Pairs geeignet und auch das jetzige Au Pair fühlte sich wohl. Doch da die Gastmutter im Interview einen Katalog von rund 40 Fragen stellte und ich vieles aus meiner Bewerbung und über meine Persönlichkeit erklären musste, fühlte ich mich schnell unsicher und unwohl. Ich hatte mir eher ein freundliches Gespräch vorgestellt statt eine einseitige Unterhaltung.

Auch am Tag nach dem Interview war ich noch ganz schön mitgenommen von der Niederlage der ersten Gastfamilie. Doch das hielt nicht lange an, denn  eine neue Familie war schon in meinem Account und bereit, mich genauer kennenzulernen.
Diesmal kam die Familie aus Connecticut und hatte zwei Kinder. Doch auch hier stellte sich schnell heraus, dass es nicht passte.

Die Zeit verging, doch auch die Familien in New York, Michigan, Seattle und South Carolina waren nicht die Richtigen für mich. Gründe warum ich mich gegen die Familien entschieden habe waren vor allem sehr spezielle Diäten (bei einer Familie durfte ich, wegen Allergien weder Nudeln, Schockolade oder Yoghurt im Haus haben), Kinder mit „special needs“ (einer Behinderung oder einem mentalen Problem), oder einfach nicht meine Altersklasse. Bei der einen Gastfamilie waren die Kinder zum Beispiel schon über 13 und ich hatte mir eigentlich die Arbeit mit Kindern zwischen 5-9 vorgestellt, da ich dort am meißten Erfahrung gesammelt hatte.

Nach der 8. Familie zweifelte ich schon, dass ich meine „richtige“ Gastfamiliefinden werde. Ist Au Pair vielleicht doch nicht das Richtige für mich? Bin ich zu kritisch? Habe ich zu hohe Erwartungen an das Jahr?

Am 19. April, genau fünf Wochen nach meiner Freischaltung, landete ein neue Familie in meinem Account und wie durch ein Wunder war es hier nur noch eine Frage der Zeit: Zwei Telefonate, E-Mails, ein Skypegespräch mit der Familie, eins mit dem alten Au Pair und nach etwa Einundhalbwochen stand es fest: Das ist die Familie, mit der ich mein nächstes Jahr in Amerika verbringen werde. Dass sie nun auch noch in San Francisco, Kalifornien, wohnt, war nur ein Bonus.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie wir die Entscheidung über Mail getroffen haben und ich durch unser Wohnzimmer gehüpft bin und gesungen habe: „Ich gehe nach San Franciscoooo!!!“ Ich konnte mein Glück kaum fassen!
Ich hatte ein unglaublich gutes Gefühl bei dieser Familie und konnte es kaum erwarten, dass es in zweieinhalb Monaten losging.


Hier gehts zur unverbindlichen Kurzbewerbung:

footer aupaircare